Mit einem Informationsstand der Kempener Gruppe von AMNESTY INTERNATIONAL
Als besonderer Film am Mittwoch läuft am 19.3. um 17 und um 20 Uhr der Spielfilm „Die Saat des heiligen Feigenbaums“. Dieser Film war als deutscher Beitrag für die Kategorie Bester Internationaler Film für die Oscarverleihung 2025 ausgewählt. Titelgebend ist die Feigenart Ficus religiosa, welche sich ausbreitet, indem sie Bäume umschlingt und schließlich erwürgt. Schon bei den Filmfestspielen in Cannes versuchte der Iran, eine Aufführung zu verhindern, denn diese Pflanze als Sinnbild für das theokratische System ist unübersehbar. Verurteilt zu mehrjährigen Haftstrafen wegen seiner Filme musste der Regisseur Mohammad Rasulof nicht als erster Regisseur den Iran im Mai 2024 verlassen, und zwar flüchtete er zu Fuß über die irakische Grenze.
Die Kempener Gruppe von AMNESTY INTENATIONAL begleitet die Vorführung mit einem Info-Stand und lädt Interessierte ein, sich mit ihren Unterschriften auf Petitionslisten für einzelne IranerInnen, die als politische Gefangene nicht selten der Todesstrafe entgegensehen, einzusetzen.
Der Film selber handelt von einem iranischen Ermittlungsrichter, der seiner Familie, insbesondere seinen zwei Töchtern, infolge der landesweiten politischen Proteste ab 2022 gegen die autoritäre Regierung mit zunehmendem Misstrauen und Paranoia begegnet. Ausgelöst wurden die Proteste „Frau – Leben – Freiheit“ durch die wegen des fehlenden Kopftuchs von der Sittenpolizei verhaftete und nach drei Tagen Haft in Polizeigewahrsam zu Tode gekommene kurdischstämmige Iranerin Jina Mahsa Amini im 16. September 2022. Bis heute dauert eine beispiellose Hinrichtungswelle an, bei der allein im Jahr 2023 853 Hinrichtungen von AMNESTY INTERNATIONAL dokumentiert wurden. Auch Kinder und Jugendliche wurden gefoltert und hingerichtet.
Vor diesem Hintergrund erstaunt nicht nur der Mut des Regisseurs, der SchauspielerInnen und der anderen bei der Produktion Beteiligten. Auch das ganze Drama „gewinnt“ durch diesen realen Hintergrund an Aussagekraft und Relevanz.
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Wenn Sie Nachfragen oder Interviewwünsche haben, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Ingrid Schmale, Tel. 02152-54452.
Weitere Informationen auch unter: http://www.amnesty.de/ oder http://www.amnesty-kempen.de/ und https://www.amnesty.de/allgemein/kampagnen/iran-jina-mahsa-amini-proteste-niederschlagung-gewalt-stoppen